Neulich sagte ein Patient, dessen kleine Tochter bisher sehr vertrauensvoll mitgearbeitet hatte, Folgendes: „Heute ist sie ein bißchen aufgeregt. Denn mein Kumpel hat zu ihr gesagt, daß sie heute eine Spritze bekommt“. Daß so etwas wirklich ganz ungeschickt ist, dürfte jedem klar sein.
Stattdessen können Sie viel dazu beitragen, daß der Zahnarzttermin Ihres Kindes eine entspannte Angelegenheit wird.
1) Erzählen Sie Ihrem Kind keine Horrorgeschichten über Ihre Zahnbehandlungen und drohen Sie nie mit einem Zahnarztbesuch. Bitten Sie auch die Großeltern und Ihre Freunde, das zu unterlassen.
2) Machen Sie keine Äußerungen wie „der Zahn muß raus“, „heute bekommst Du gebohrt“ oder „heute bekommst Du eine Spritze. Das tut gar nicht weh“.
3) Schieben Sie wenn möglich den ersten Zahnarztbesuch nicht so lange auf, daß eine Situation entstanden ist (starke Schmerzen, dicke Backe), die gleich in der ersten Sitzung eine unangenehme Behandlung nötig macht.
4) Stellen Sie den Zahnarzt positiv dar. Nur dann kann Ihr Kind Vertrauen zum Zahnarzt fassen.
5) Wählen Sie den ersten Termin so, daß Sie selbst und Ihr Kind nicht unter Streß stehen und die Möglichkeit besteht, die erste Sitzung nur dem Kennenlernen, Herstellen von Kontakt und Empathie zu widmen.
6) Loben Sie das Kind und betonen Sie, wie toll das jetzt war, auch wenn Sie mit dem Verlauf der Sitzung nicht zufrieden sind.
7) Vermeiden Sie Verneinungen wie „es tut nicht weh“ oder „Du brauchst keine Angst zu haben“. Solche Äußerungen aktivieren bei KIndern die Vorstellung „weh“ und „Angst“.
8) Außer in Notfällen werde ich in der ersten Sitzung nicht zu Bohrer oder Spritze greifen !! Dieser Zeitaufwand lohnt sich in vielfacher Hinsicht. Haben Sie daher etwas Geduld, wenn sich die Behandlungen einmal über mehrere Sitzungen erstrecken sollten.
Auch im Namen Ihres Kindes danken wir für Ihr Verständnis und Ihre Mitarbeit.